betteln


betteln
betteln Vsw std. (9. Jh.), mhd. betelen, ahd. betalōn Stammwort. Wörter dieser Bedeutung sind in der Regel von Wörtern für "Bettler" abgeleitet, das deutsche Wort muß also eine Rückbildung sein zu Bettler, mhd. betelære, ahd. betalāri (oder auf die gleiche Grundlage zurückgehen). Mit dieser Täterbezeichnung hängen zusammen gt. bidagwa "Bettler" und ae. bedecian "betteln". Semantisch ist wie bei l. mendīcus "Bettler" zu l. mendum "Fehler, Gebrechen" oder bei gr. ptōchós "Bettler" zu gr. ptõma "Fall, Unglück", gr. ptṓssō "ich gehe zusammengekauert (o.ä.)" ein Ausdruck für einen unglücklichen Zustand als Grundlage zu erwarten. Ein solcher könnte in lit. bėdà, akslav. běda "Not, Sorge, Kummer" vorliegen, doch sind diese (dehnstufigen) Formen wegen Zusammenfalls verschiedener Wurzeln mehrdeutig. Der Anschluß von Bettler und betteln an bitten ist wohl sekundär, doch ist zu beachten, daß air. foigde, faigde "Bettelei" (ig. * upo-gwhedh-jā) und air. foigdech "Bettler" zu eben dieser Wurzel gehört.
   Ebenso nndl. bedelen, bedelaar.
RGA 2 (1976), 316. deutsch io.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache. 2013.

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  • Bètteln — Bètteln, verb. reg. act. et neutr. welches das Frequentativum von Bitten ist, und als ein Neutrum das Hülfswort haben erfordert. 1) Oft und sehr bitten. Um ein Amt betteln. Es hilft kein Bitten noch Betteln. 2) In engerer Bedeutung, um eine Gabe… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • betteln — V. (Aufbaustufe) jmdn. um Almosen bitten Synonyme: schnorren, erbetteln, anbetteln Beispiel: Er ging von Haus zu Haus und bettelte um Essen. betteln V. (Oberstufe) jmdn. eindringlich um etw. bitten Synonyme: anflehen, erbetteln, erflehen (geh.),… …   Extremes Deutsch

  • Betteln — bezeichnet in der Verhaltensbiologie ein Verhalten, durch das ein Sozialpartner (häufig ein Elternteil) zur Übergabe eines Objektes bewegt werden soll, siehe Bettelverhalten das Verhalten von Menschen, die ihren Lebensunterhalt ganz oder… …   Deutsch Wikipedia

  • Betteln — Betteln, 1) s.u. Bettelwesen; 2) (Spiel.), im Schach u. Damenspiele, Stein um Stein ohne besonderen Vortheil nehmen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • betteln — betteln: Das dt. und niederl. Verb (mhd. betelen, ahd. betalōn, niederl. bedelen) ist eine Iterativbildung zu dem unter ↑ bitten behandelten Verb und bedeutet demnach eigentlich »wiederholt bitten«. Abl.: Bettler (mhd. betelæ̅re, ahd. betalāri) …   Das Herkunftswörterbuch

  • betteln — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Sie bettelte um Geld …   Deutsch Wörterbuch

  • Betteln — 1. Auch zum Betteln gehört Glück. – Tendlau, 790. Nach Lessing kann man ohne Glück nicht einmal ein guter Spitzbube sein. 2. Bedeln schänd wol, man t armt doch nich. – Eichwald, 103. 3. Besser betteln als borgen. 4. Besser betteln und bitten, als …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • betteln — schnorren (umgangssprachlich); um Geld anpumpen (umgangssprachlich); anbetteln; erbetteln; (um etwas) ansuchen; ersuchen; bitten (um); erfragen; fordern; …   Universal-Lexikon

  • betteln — bẹt·teln; bettelte, hat gebettelt; [Vi] 1 (um etwas) betteln jemanden dauernd und intensiv um etwas bitten: Das Kind bettelte so lange, bis die Mutter ihm ein Eis kaufte 2 (um etwas) betteln jemanden um Geld (oder andere Dinge) bitten, weil man… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • betteln — 1. anbetteln, erbetteln; (ugs.): anschnorren, schnorren; (ugs. veraltend): fechten; (landsch. salopp): erschnorren; (bes. nordd.): prachern. 2. anflehen, beschwören, bitten, erbetteln; (geh.): erflehen, flehen; (geh. veraltend): heischen; (bes …   Das Wörterbuch der Synonyme


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